Home | Impressum | Sitemap | KIT
Aktuelles:

In den Semesterferien finden keine regulären Sitzungen statt.

Im Wintersemester 2017/2018 treffen wir uns immer mittwochs um 19:30 Uhr im Selmayr-Hörsaal. Die erste Sitzung findet am 18. Oktober statt.


Du möchtest uns kennenlernen? Komm einfach mal vorbei!

Wegbeschreibung

Förderpartner:
IFL Logo

 

 

Newsletter:

Für Studenten: Meldet euch auf unserem Newsletter an, um Einladungen zu unseren Sitzungen und Workshops zu erhalten.

Newsletter für Studenten

Für Unternehmen: Melden Sie sich auf unserem Newsletter an, um unser LEAN-Update (halbjährig) zu erhalten.

Newsletter für Unternehmen

Forum Arbeit 2017 von Südwestmetall

Forum Arbeit 2017 von Südwestmetall
Autor:

Benjamin Stemmler

Datum: 2017/03/14

Forum Arbeit 2017 von Südwestmetall

​Am 14. März erhielten vier unserer Mitglieder auf Einladung von Südwestmetall die Möglichkeit das diesjährige Forum Arbeit 2017 zu besuchen. Mit dem Thema "Herausfoderung 'Digitale' Wirtschaft", stellten sich die Veranstalter den wahrscheinlich umfangreichsten und weitgehensten Veränderungen, die auf die deutsche Wirtschaft in den nächsten Jahren zukommen wird: Die Veränderungen durch "Industrie 4.0". Die Präsentationen sind teilweise auf der Homepage von Südwestmetall einsehbar. Darüber hinaus befassten sich die Redner aus den Bereichen Arbeitgeberverband, Industrie, Forschung und Politik mit verschiedenen Fragestellungen, wie sie im Weissbuch Arbeiten des Bundesministerium für Arbeit und Soziales diskutiert werden. Neben der Digitalisierung sind dies auch soziale Fragen, wie beispielsweise auf die Bedürfnisse von Eltern eingegangen werden kann.

Den Auftakt der Veranstaltung bildete die Rede von Kai Schweppe, Geschäftsführer des Bereichs Arbeitspolitik bei Südwestmetall.
Herr Schweppe sieht nach wie vor eine große Gefahr in der Verlagerung von gering bezahlten Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer. Dies hätte langfristig zur Folge, dass produktionsnahe Bereiche wie F&E und Werkzeugbau ebenfalls ausgelagert werden. Bei der wirtschaftlichen Betrachtung dürften daher nicht nur einzelne Arbeitsplätze, sondern die gesamte Prozesskette(inkl. Logistik etc.) betrachtet werden, da so eine Verlagerung in vielen Fällen eben doch nicht lohnend sei. Es werden also gerade einfache Arbeitsplätze in Deutschland gebraucht, um auch die Abwanderung von hochqualifizierten Arbeitskräften zu verhindern.

Einen hervorragenden Vergleich der führenden Nationen im Bereich der Kommunikationstechnologie stellte Prof. Dr. Xuewu Gu der Universität Bonn an. So wurde deutlich, dass das Thema Industrie 4.0 nicht nur in Deutschland stark diskutiert wird, auch wenn es je nach Land unterschiedlich Namen besitzt (Made in China 2025, Industrial Internet, Internet of Things). Deutschland kann sich demnach mit Ländern wie den USA, China und Japan durchaus sehen lassen, auch wenn gerade bei der Produktion von Kommunikationstechnologie Aufholbedarf besteht.

Im Anschluss wurden in einer Podiumsdiskussion die unterschiedlichen Standpunkte von Politik und Arbeitgeberseite sehr deutlich. Teilnehmer waren Heike Zirden (Bundisministerium für Arbeit und Soziales), Prof. Dr. Sascha Stowasser (Institutsdirektor beim Institut für angewandte Arbeitswissen-schaften e.V., Düsseldorf) und Katrin Stegmaier-Hermle (Geschäftsführerin Firma Balluff GmbH und Mitglied des Vorstands bei Südwestmetall). Besonders kontrovers wurde die Verantwortung der Unternehmen für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter diskutiert. Während die Politik einen Spagat versucht, einheitliche Regelungen zum Schutz der Arbeitnehmer zu finden ohne die Unternehmen zu stark zu belasten, sieht die Industrie die Eigenverantwortlichkeit der Menschen und betont bereits viel in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investiert zu haben. Gerade in diesen Gesprächen wurde die unterschiedlichen Sichtweisen sehr deutlich, weshalb ein Besuch der Veranstaltung sehr empfohlen werden kann.

Der Abschluss wurde durch einen mitreissenden, aber auch polarisierenden Vortrag des Unternehmers Klaus Kobjoll (Schindlerhof) gebildet. Er formulierte zum Beispiel klar, dass er keine "Loser" einstellen würde und fordert von seinen Angestellten nicht weniger als vollstes Engagement. Gleichzeitig spendiert er zu Preisverleihungen die Anreise in einem Privatjet oder eine Kreuzfahrt zur Feier einer mehrjährigen Betriebszugehörigkeit.
Er unterscheidet in seinem Vortrag ausserdem zwei verschiedene Führungspersönlichkeiten: den Manager und den Leader. Der Manager wird dabei als ein praktischer, analytisch vorgehender Typ beschrieben, der in Systemen arbeitet. Der Leader hingegen ist ein Visionär, der spontan und leidenschaftlich Erkenntnisse gewinnt und dabei mit Menschen arbeitet.

Der Tag brachte uns allen viele neue Erkenntnisse zum Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Politik in den Bereichen Industrie 4.0 und soziale Verantwortung. Wir danken Südwestmetall für Einladung und freuen uns auf viele weitere spannende Veranstaltungen.